Sicherheit im Travel-Payment

Airline-Apps, Booking-Websites und Instatravel – die Reisewelt hat sich in den letzten Jahren rasant gewandelt. Vom Preisvergleich über die Buchung bis hin zum personalisierten Urlaubsgruß an Freunde und Familie via Online-Postkartentool wandern immer mehr Aspekte einer Reise ins Digitale. Kein Wunder: Die Erfahrungen des E-Commerce werden gerne auf die Reisebuchung übertragen, darunter der bequeme Online-Einkauf vom heimischen Sofa aus sowie der unproblematische Ablauf der Kaufabwicklung. Also kommen Reiseveranstalter nicht umhin, komfortable, schnelle und sichere Abwicklungen anzubieten, wollen sie im Travel-Markt bestehen. Kommt der Anbieter den Kundenwünschen nicht entgegen, bucht der Reiselustige halt woanders.

Userexperience vs. Datensicherheit

Damit ergibt sich die Frage, wie die Reisebranche den Kunden verbesserte Userexperience bieten kann. Wirft man einen Blick auf Airbnb & Co. wird schnell klar, dass diese ihre Kundenbindung vor allem durch personalisierte Erfahrungen erreicht haben. Anhand von Auswahlfragen zu Traumurlaub und bevorzugten Stadtvierteln sucht die selbstlernende App von Airbnb nach spezifischen Reisezielen, die den Vorlieben des Nutzers entsprechen können. Gleichermaßen schlägt der Airbnb-Reiseführer den Urlaubern Restaurants und Attraktionen vor, die abseits des Mainstream-Tourismus sein sollen. So zumindest die Idee. Dass derartige Vorschläge zu vermeintlich individuellen Reisezielen längst zum Trendthema geworden sind, belegt das Phänomen Instatravel.

Vor allem die jüngere Generation ist freigiebig mit ihren persönlichen Daten, wenn für sie dabei im Gegenzug ein Mehrwert herausspringt. Problematisch bleibt das Thema Datensicherheit für die Travelbranche trotz allem, denn das Risiko für Missbrauch dieser Daten, aber noch mehr von Zahlungsdaten ist enorm hoch. Allein im Jahr 2018 waren mehr als eine halbe Milliarde Reisende von Datenschutzlecks betroffen. So wurden mit der Fluggesellschaft British Airways oder der Marriott-Hotelkette große, namhafte und international agierende Anbieter zu Opfern. Und die Hacker waren sehr erfolgreich: Bei British Airways erbeuteten sie die Nummern von 380.000 Kreditkarten, Vor- und Nachnamen der jeweiligen Kartenbesitzer, deren Anschrift und E-Mail-Adresse, das Ablaufdatum der Karte und die dreistellige Prüfziffer. Mit diesen Informationen ist es Betrügern ein leichtes die Karten missbräuchlich einzusetzen. Auch bei Marriott war das Datenleck enorm: Die Hacker stahlen sensible Informationen von bis zu 500.000 Kunden – darunter Namen, Adressen, Passnummern und auch teils verschlüsselte Kreditkartendaten.

Wunsch nach höheren Sicherheitsstandards

Doch wie können Anbieter bei gleichbleibendem Komfort für mehr Sicherheit sorgen? Hier ebnen alternative Zahlungsmethoden den Weg in die Zukunft der Travel-Branche. Statt mit Kreditkarte zu bezahlen nehmen Kunden bereits heute Zahlungsmöglichkeiten wie E-Wallets oder Online-Banküberweisungen in Anspruch. Prognosen zufolge werden Online-Banküberweisungen bis 2021 der traditionellen Kartenzahlung bei Online-Käufen den Rang ablaufen. Reiseanbieter sollten diese Veränderung der Zahlungsgewohnheit antizipieren und entsprechend handeln. Die Online-Direktzahlung bietet viele Vorteile: Sie ermöglicht eine schnelle Zahlungsinitiierung, -benachrichtigung und -abwicklung und steht dank PSD2 auf solidem regulatorischen Grund. Mittels verpflichtender 2-Faktor-Authentifizierung erfüllt die Online-Direktzahlung höchste Sicherheitsansprüche – ein Vorteil in der datensensiblen Reisebranche. Zwar werden im Rahmen der PSD2 auch bei Kreditkarten höhere Sicherheitsanforderungen obligatorisch, jedoch ist eine 2-Faktor-Authentifizierung bei der Kartennutzen bisher eher selten der Fall. Für den Kunden wird diese Änderung zugleich ungewohnt wie auch umständlich, worunter die Conversion Rate leiden könnte. Alternative Zahlungsmethoden sind hier bereits einen Schritt weiter.

Das Beste aus beiden Welten vereinen: ObeP

Angesichts der Sicherheitsrisiken ist zu fragen, warum Anbieter nicht umdenken und einfach die stärksten Zusatzfunktionen einer Kreditkarte nutzen und ihre schwächsten aufgeben? Wenn Reisende die Kreditkarte wählen, um so von Flugmeilen oder Treuepunkten zu profitieren, warum nicht einfach die schnelle Online-Direktüberweisung mit diesen Features versehen? Da Reisende gegenüber neuen Zahlungsmöglichkeiten offen sind und die digitale Transformation schnelle und reibungslose Banküberweisungen ermöglicht, können derartige innovative Ansätze vielleicht schon bald zum Standard werden. Schließlich erfüllen die neuen Zahlungsmethoden bereits den Wunsch nach erhöhtem Komfort, Schnelligkeit und Sicherheit – sowohl auf Kunden- als auch auf Anbieterseite.

Einen tieferen Einblick in das Thema Travel-Payment gibt Trustly in dem Positionspapier „The New Way to Pay“.

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